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Am Dienstagabend wird sich die Schweizer Laufspitze zum ersten Mal nach dem Lockdown wieder an einem Wettkampf begegnen. Um den Sieg mitlaufen wird auch Dominic Lobalu.

 

Seit einer Woche dürfen in der Leichtathletik wieder Wettkämpfe stattfinden. Die Nachfrage ist gross, die Startplätze aufgrund von Corona-Massnahmen limitiert. Für die Langstreckenläufer ist gleich sofort voller Wettkampfbetrieb angesagt, finden doch in zwei Wochen bereits die Schweizermeisterschaften über 10’000m statt. Um den besten Läufer der Schweiz bereits vorher ein schnelles Rennen zu ermöglichen, organisierte Michi Rüegg, Nationaltrainer Langstrecken, einen Wettkampf über 5000m in Wetzikon. Auf der Startliste sind unter anderem Tadesse Abraham, Inhaber des Schweizerrekords im Marathon sowie Eric Rüttimann, amtierende Schweizermeister über 10’000m zu finden. Für ein schnelles Rennen ohne grosses taktisches Geplänkel wird Tom Elmer als Pacemaker sorgen, seines Zeichens Schweizermeister über 1500 Meter. Die Zielzeit der Spitze: schnelle 13:45 Minuten.

All das sind für Dominic Lobalu jedoch keine Gründe für Knieschlottern. Er hat in dem Jahr, seitdem er als Flüchtling in der Schweiz lebt, bereits für Aufsehen in der Schweizer Laufszene gesorgt. So liess er im vergangenen Winter sowohl Abraham als auch Rüttimann an Strassenläufen hinter sich. Zudem ist auch Lobalu eine Art inoffizieller Schweizermeister, gewann er doch das 3000m-Rennen in diesem Winter, war jedoch als Südsudanese nicht medaillenberechtigt.

Obwohl auch ihm die Wettkämpfe und Trainingspartner während des Lockdowns fehlten, bleiben auch an seiner momentanen Form nur wenig Zweifel. Im Trainingslauf morgens um halb acht, mit Trainer Markus Hagmann auf dem Fahrrad als einzigem Gegner lief er über 5 Kilometer 13:50 Minuten. Lobalu war selbst mehr als überrascht ob dieser Zeit, liegt doch seine offizielle Bestzeit weit darüber. Weniger überrascht zeigte sich hingegen sein Trainer, er hatte nie an Lobalus Potenzial gezweifelt. So zeigt sich Hagmann auch im Hinblick auf den Dienstag zuversichtlicher als sein Athlet und traut ihm eine Zeit unterhalb der Zielzeit zu. Lobalu hingegen schüttelt bei solchen Prophezeiungen bloss ungläubig den Kopf.  

Für Trainer und Athlet ist jedoch vor allem wichtig, dass Lobalu locker laufen kann und zeigen kann was er draufhat. Eine schnelle Zeit am Dienstag würde ihm weitere Starts in noch schnelleren Rennen ermöglichen, was für Läufer ungemein wertvoll ist. Trotzdem sagt Hagmann nur halb im Scherz: «Soll er gehen und das Ding gewinnen, dann bin ich zufrieden.» Der fünfzig Jahre alte Club- und Kantonalrekord von 14:14 Minuten dürften dabei quasi im Vorbeigehen fallen.

 

Fotos Urs Siegwart

 

 

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